
Es gibt natürliche und chemische Fasern, wobei die natürlichen sich in pflanzliche und tierische einteilen lassen. Der Bindung im Gewebe - mit Musterung und Effekten - bei Gardinenstoffen und Tüllen sind kaum Grenzen gesetzt.
Natürliche Fasern pflanzlicher Art sind Flachs oder Leinen, Hanf, Jute, Kokosfaser, (merzerisierte) Baumwolle, Mischfasern, Reyon und Zellwolle. Flachs oder Leinen wird in fast allen Ländern angebaut, wobei Stängel und Bastfasern weiterverarbeitet werden. Hanf wächst in Ländern mit mäßig warmem Klima. Bester Hanf kommt aus Italien, wobei der Stängel 1,5 bis 2,5 Meter hoch wird. Jute aus Indien oder China wird während der Blütezeit abgeschlagen und der Bast im Wasser mit der Hand gezogen. Die länglichen Fasern der Kokosnuss werden vor der Verarbeitung abgeschabt, gereinigt und gekämmt (gehechelt). Baumwolle stammt in erster Linie aus Mittel- und Nordamerika, Ostindien, Ägypten und den GUS-Staaten. Merzerisierte Baumwolle ist eine in Natronlauge durch Spannmaschinen glättend gekämmte und dadurch gestreckte, veredelte Baumwollfaser. Zur Mischfaser eignen sich Baumwoll-Viskose, Leinen und Flachs. Reyon ist eine Weiterverarbeitung des Grundstoffs Zellulose, die aus Fichten-, Kiefern- und/oder Buchenholz gewonnen und gesponnen wird. Zellwolle hat eine ähnliche Basis wie Reyon, jedoch wird dem Spinnbad dabei ein Mattierungsmittel zugesetzt.
Natürliche Fasern tierischen Ursprungs stammen aus Schafwolle, Mohair (von der Angoraziege), Seide (Maulbeerspinner), Kamelhaar und Reißwolle (aus Mischbeständen). Wolle kann sehr unterschiedlich sein. Immerhin wird die Hälfte der weltweiten Schafbestände wegen ihrer Feinwolle gehalten. Die meisten Schafe dieses Typs gehören zu den Merinos, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen und vorwiegend in Spanien gehalten werden. Heute sind sie auch in Australien, Neuseeland, Südamerika und im Westen der USA weit verbreitet. Die Tiere wurden an die in den jeweiligen Ländern herrschenden Bedingungen angepasst. Das Rambouillet ist eine ähnliche Rasse wie das Merino und gehört ebenfalls zu den Wollschafen. Die faserigen Garne nennt man Streichgarne, die glatten Kammgarne. Reißwolle wird aus wollenen und halbwollenen Web- und Wirkwaren hergestellt. Mohair kommt hauptsächlich von der Angoraziege, die ausgehend von Kleinasien inzwischen auch in Spanien, Frankreich und Südafrika gehalten wird. Die eigens gezüchteten Raupen des Maulbeerspinners produzieren Seide. Etwa 800 Meter eines Kokons ergeben die beste Trameseide. Kamelhaare der in Nordafrika beheimateten Dromedare werden hochwertig verarbeitet und ergeben angenehme Stoffe. Alle natürlichen Fasern (mit Ausnahme von Seide) müssen vor dem Verweben in Fäden gesponnen werden.
Stoffe für 1000 und einen Raum
Der grundsätzliche Vorgang des Webens, der allen Stoffen zugrunde liegt, besteht darin, die Schussfäden abwechselnd unterhalb und oberhalb der Kettfäden entlang zu führen. Die Rohstoffe, aus denen Webfäden hergestellt werden, variieren stark aufgrund der Beschaffenheit des Grundstoffs.
Der Gebrauch von natürlichen Fasern wie Rayon- und Acetatfasern war lange Zeit weit verbreitet. Diese werden aus Zellulose hergestellt. Mit dem Aufkommen von Synthetics aus Polyester (Dacron, Diolen, Terylen, Trevira oder Tergal) sowie aus Polyamiden (Nylon) wurden die synthetischen Fasern zusehends salonfähig. Diese nehmen wesentlich weniger Feuchtigkeit auf (und Gerüche an) und fallen nicht so schwer. Baumwolle kann bis zu 50 Prozent des Eigengewichts an Feuchtigkeit absorbieren, bei Dacron sind es lediglich zwei Prozent. Synthetische Fasern bestechen durch ihr geringes Eigengewicht und werden zum besseren Verspinnen auf eine bestimmte Länge zugeschnitten. Muster und Effekte - wie Chintz, Transferdruck, Crash oder Schrumpfgarn - können solcherart leichter appliziert werden.
Aber mehr als alle (theoretischen) Worte über diesen eher trockenen Stoff, überzeugt ein farbenfroher Blick auf die große Auswahl in den gut sortierten XXXLutz-Filialen.