Auto selbst reparieren oder Werkstatt aufsuchen? Das müssen Sie wissen

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Ein Defekt am Auto ist nicht nur ärgerlich, sondern kann teuer werden. Für viele Autobesitzer stellt sich daher die Frage: Lohnt es sich, das Auto selbst zu reparieren, oder ist eine Werkstatt die bessere Option? Im Folgenden erfahren Sie, welche Reparaturen Sie selbst durchführen können und worauf es dabei ankommt.
Auto günstig reparieren: Das können Sie selbst übernehmen
Einer der größten Vorteile des Selbermachens liegt in den reduzierten Kosten. In einer professionellen Kfz-Werkstatt machen die Arbeitskosten oft einen erheblichen Teil der Rechnung aus. Indem Sie Ihr Auto selbst reparieren, entfallen diese vollständig und Sie müssen nur die Preise für Ersatzteile und gegebenenfalls Werkzeuge einkalkulieren. Hier kommen einige Beispiele für Arbeiten, die Laien und Hobby-Schrauber in der Regel kostengünstig selbst erledigen können.
- Öl selbst wechseln: Der Austausch von Motoröl und Filter kann in wenigen Schritten durchgeführt werden. Wenn Sie einen Wagenheber sowie Unterstellböcke besitzen, lässt sich problemlos der Ölwechsel selber machen – ganz ohne Hebebühne oder Werkstattbesuch.
- Lackschäden am Auto selbst reparieren: Kratzer und kleine Dellen können mit einem Lackstift oder Schleif- und Poliermittel ausgebessert werden – für einen Bruchteil der Werkstattkosten.
- Alufelge selber reparieren: Um kleinere Schäden an den Felgen selbst zu beheben, gibt es spezielle Reparaturkits. Im Nu sehen zerkratzte Alufelgen wie neu aus.
- Autobatterie selber wechseln: Der Batteriewechsel ist unkompliziert: Klemmen Sie zuerst das Minuskabel (schwarz) ab, dann das Pluskabel (rot). Entfernen Sie die Halterung und tauschen die Batterie aus. Beim Anschließen gilt: Plus zuerst, dann Minus.
- Relais wechseln: Ein defektes Relais verursacht oft Probleme bei der Elektronik oder Beleuchtung. Lokalisieren Sie das betroffene Relais im Sicherungskasten, ziehen Sie es heraus und stecken Sie das neue ein – fertig!
- Autoradio selber einbauen: Für den Einbau benötigen Sie eine passende Blende und Adapterkabel. Entfernen Sie das alte Gerät, verbinden Sie die Kabel (ISO-Anschlüsse sind meist genormt) und setzen Sie das neue Modell ein.
- Auto selbst polieren: Mit einer Poliermaschine und der passenden Politur lassen sich Kratzer entfernen und der Lack zum Glänzen bringen. Arbeiten Sie schrittweise und tragen Sie die Politur gleichmäßig auf – so erzielen Sie bestmögliche Ergebnisse.
Arbeiten für die Fachwerkstatt
Komplexere Reparaturen sollten Sie hingegen einem Profi überlassen:
- E-Auto-Reparaturen: Maßnahmen an Hochvoltanlagen oder der Steuerung der Batterie in E-Autos sind nur etwas für Fachleute, da mit Spannungen von 400 bis 800 Volt gearbeitet wird. Solche potenziell lebensgefährlichen Reparaturen erfordern spezielles Wissen, zugelassene Profi-Utensilien und eine Sicherheitsausrüstung, weshalb sie ausschließlich von geschulten Fachleuten durchgeführt werden sollten.
- Motor- und Getriebeschäden: Reparaturen am Motor und Getriebe gehören zu den anspruchsvollsten Arbeiten am Fahrzeug, da sie Spezialwerkzeuge, Diagnosetechnik und fundierte Kenntnisse erfordern. Falsche Handgriffe können zu Folgeschäden führen, welche die Reparaturkosten erheblich erhöhen – deshalb ist die Werkstatt mit ihrem technischen Equipment und erfahrenen Mechanikern die bessere Wahl.
- Karosserie-Reparaturen bei größeren Schäden: Während kleinere Beulen oder Lackkratzer eigenständig ausgebessert werden können, erfordern umfangreiche Karosserieschäden Schweißarbeiten, Richtbänke und präzises Spezialwerkzeug. Fehlerhafte Maßnahmen an tragenden Teilen können die Stabilität des Fahrzeugs gefährden, weshalb Sie eine entsprechende Karosserie-Reparatur nicht selber machen, sondern einem Fachbetrieb überlassen sollten.
Ausstattung: Das richtige Werkzeug für zu Hause
Um Reparaturen sicher und effizient durchführen zu können, ist das richtige Werkzeug entscheidend. Bereits eine Grundausstattung für Ihre Hobbywerkstatt ermöglicht es Ihnen, viele Maßnahmen selbst zu erledigen, ohne ständig auf Fachpersonal angewiesen zu sein. Wir geben einen Überblick:
- Die Basis bilden verschiedene Schraubendreher, Maul- und Ringschlüssel, ein Ratschenkasten mit Stecknüssen, Inbusschlüssel sowie Zangen und Seitenschneider. Außerdem sind ein zuverlässiger Drehmomentschlüssel und ein Hammer unverzichtbar.
- Ergänzt wird die Ausstattung durch einen stabilen Werkbankbereich, ausreichend Stauraum – etwa durch Werkzeugwägen oder Regale – sowie eine gute Beleuchtung.
- Für den Fahrzeugzugang bietet sich ein stabiler Wagenheber an; wer den Platz und das Budget hat, kann über eine Hebevorrichtung nachdenken.
- Zudem sind Druckluftwerkzeuge mit passendem Kompressor hilfreich, etwa für das Lösen festsitzender Radmuttern. Auch elektrische Helfer wie ein Akku-Bohrschrauber, ein Winkelschleifer oder eine Poliermaschine können je nach Bedarf sinnvoll sein.
- Nicht zu vergessen: Persönliche Schutzausrüstung wie Handschuhe, eine Schutzbrille und ein Gehörschutz gewährleisten sicheres Arbeiten am Motor, an der Karosserie oder den Bremsen.
Autoselbsthilfe: Auto reparieren ohne eigene Werkstatt oder Garage
Nicht jeder verfügt über eine Autohobbywerkstatt oder den Platz, um seinen Wagen unkompliziert zu reparieren. Dann kommt eine Mietwerkstatt oder eine Selbsthilfewerkstatt ins Spiel. Diese Einrichtungen bieten Ihnen gegen eine geringe Gebühr einen Zugang zu professionellem Equipment und ermöglichen es, sogar größere Arbeiten selbst durchzuführen. Zudem können Sie solch eine Werkstätte üblicherweise zur stundenweisen Nutzung günstig mieten. Neben Hebebühnen und professionellen Maschinen sowie Werkzeugen steht Ihnen vielerorts optional ein geschulter Mitarbeiter mit fachlicher Unterstützung zur Seite.
Sie sehen, es gibt einige Arbeiten, die Sie übernehmen können, um selber Ihr Auto zu reparieren und so die Kosten niedrig halten zu können. Wichtig ist, das passende Werkzeug sowie entsprechende Gegebenheiten zur Verfügung zu haben und sich bewusst zu machen, was wirklich selbst erledigt werden kann und wo auf jeden Fall eine Fachwerkstatt übernehmen muss.
Sie sehen, es gibt einige Arbeiten, die Sie übernehmen können, um selber Ihr Auto zu reparieren und so die Kosten niedrig halten zu können. Wichtig ist, das passende Werkzeug sowie entsprechende Gegebenheiten zur Verfügung zu haben und sich bewusst zu machen, was wirklich selbst erledigt werden kann und wo auf jeden Fall eine Fachwerkstatt übernehmen muss.